Was ist zu beachten beim Fondssparen?

Fondssparen ist eine attraktive Sache, gerade wenn man die über einen längeren Zeitraum tut, denn durch den permanenten Nachkauf von Fondsanteilen sinkt langfristig der durchschnittliche Einstiegskurs und man ist schneller in der Gewinnzone. Natürlich schwanken Fonds, genauso wie Aktien oder andere Wertpapiere, jedoch sind die Volatiliät und die Ausschläge nach unten nicht so groß, wie beim Direktinvestment in Aktien. Ein Fonds bündelt eine Menge Anlegerkapital und investiert dann in unterschiedliche Wertpapiere und Anlageformen.

Es gibt reine Immobilien und Aktienfonds, aber auch Schiffs- und Flugzeugfonds. Je nach Risikoprofil und Wünschen an die Rendite durch den Anleger, sollte man das richtige Produkt für sich herausfinden. Mit einem Fondsrechner kann man bei einem Sparplan die durchschnittliche jährliche Rendite ermitteln bzw. die monatliche Rate, die man gerne in den Fondssparplan einfließen lassen möchte. Weiterhin sollte man die Managementgebühr und die Ausgabeaufschläge beim Kauf im Auge haben. Fondsmanager stellen jedes Jahr eine Gebühr für ihre Tätigkeit in Rechnung, die dann auf dem Kontoauszug als Aufwand erscheint. Durch Kursgewinne und die jährlich ausgeschüttete Dividende kann man diese Gebühren ausgleichen. Der Ausgabeaufschlag wird beim Kauf für die Transaktion der Fondsanteile berechnet und ist auch als Aufwand zu sehen.

Ein Fondsparplan kann eine vorgegebene Laufzeit haben und an einem festgelegten Termin, beispielsweise zum Renteneintritt enden. Es gibt auch Fondssparmodelle, die sehr flexibel sind und bei denen man die Möglichkeit hat, unterjährig zusätzliche Sonderzahlungen einzubringen. Die Fondsanteile werden in einem Depot bei der Bank geführt und können börsentäglich gekauft und verkauft werden. Dazu können verschiedene Wege benutzt werden. Beim Live-Trading beispielsweise garantiert der Emittent einen festen Kaufkurs, zu dem man dem Kauf zustimmen oder ablehnen kann. Beim Kauf und Verkauf über Händler auf dem Börsenparkett, beispielsweise in Frankfurt, fallen Maklergebühren an und der Kurs kann zu ungunsten des Kunden niedriger ausfallen als beim direkten Handel mit dem Emittenten. Für das Depot fällt bei vielen Banken zusätzlich eine jährliche Gebühr an.

Die Weltfinanzkrise

Die mit dem Frühsommer 2007 beginnende weltweite Finanzkrise nahm ihren Anfang mit der US-Immobilienkrise. Ein spekulativ aufgeblähtes Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten von Amerika und eine weltweite kreditfinanzierte Massenspekulation waren die auslösenden Faktoren dieser Krise.

Eine lange andauernde Preisteigerungsphase am Immobilienmarkt der USA hatte sich zu einer Immobilienblase entwickelt, die den privaten Konsum unterstützte. Die amerikanische Wirtschaft profitierte von dieser Blase. Durch die dann fallenden Immobilienpreise wurde die Krise akut. Zur selben Zeit konnte eine wachsende Zahl von Kreditnehmern ihre Raten nicht mehr zahlen. Dies war steigenden Zinsen und fehlenden Einkommen geschuldet. Mehrere amerikanische Großbanken wie Lehman Brothers mussten Insolvenz anmelden oder vom Staat gerettet werden. Ursache hierfür war, dass sehr leichtfertig Kredite ohne Bonitätsprüfung vergeben worden waren und nun keine Zahlungen der Kreditnehmer mehr flossen. Die Banken gerieten in Liquiditätsengpässe und waren nicht mehr zahlungsfähig. Gleichzeitig liehen sich die Banken untereinander kein Geld mehr weil keine Bank der anderen mehr traute.

An den weltweiten Aktienmärkten führte das zu dramatischen Kurseinbrüchen. Durch den in den Vorjahren stattgefundenen Weiterverkauf unsicherer Kredite waren diese in der ganzen Welt verstreut. Die Liquiditätsverknappung wirkte sich somit weltweit aus. Banken gaben jetzt auch keine Kredite an die Wirtschaft mehr. Das führte zu einem Investitionsstau und Einbrüchen in der Produktion. Viele Unternehmen in der Realwirtschaft gingen in den Konkurs und mussten ihre Beschäftigten entlassen. Eine weitere Auswirkung war folgerichtig ein rückläufiger Welthandel, der wiederum andere Wirtschaftszweige negativ beeinflusste. So wurden kaum noch neue Schiffe nachgefragt und die Werften erhielten keine Aufträge mehr. Eine steigende Arbeitslosigkeit und eine beginnende Deflation waren die Folgen. Die ohnehin schon hohe Staatsverschuldung in vielen Ländern stieg durch das Auflegen von Konjunkturprogrammen nochmals deutlich an. Deutlich bemerkbar machte sich die Krise im zweiten Halbjahr 2008 und erreichte Ihren Höhepunkt im Jahre 2009.

Lexikon

Die frühe Seed Finance Phase benötigt Startkapital für die Forschung und Entwicklung, um ein Produkt reif für den Markt zu machen. Weil eben noch kein Produkt existiert, ist der Erfolg schwer einzuschätzen. Das Risiko ist entsprechend hoch. Daraus ergibt sich ein niedriger Einkaufswert für Kapitalgeber, der sich wahrscheinlich mit höherer Quote beteiligen wird.

Nachdem die Produktentwicklung abgeschlossen ist, beginnt die Early Stage Financing Phase. Nun werden Gelder für Studien und Tests gebraucht, um das Produkt erfolgreich am Markt einzuführen. Das Risiko ist geringer als in der Phase zuvor, denn das Produkt existiert bereits und kann vorgeführt werden. Wie erfolgreich das Unternehmen damit sein wird, ist aber immer noch schwer einzuschätzen.

Die Wachstumsphase wird auch Later Stage Financing Phase genannt. In diesem Stadium sind erste Erfolge sichtbar, das Produkt ist auf dem Markt und verzeichnet erste Umsätze. Der Vertrieb muss nun vorangetrieben werden, und die Kapitalgeber müssen sich teurer einkaufen, weil das Risiko viel geringer ist als zuvor.

Der Austritt, also die „exit phase“ erfolgt nach zwei bis sieben Jahren, und der Kapitalgeber zieht sich aus dem Unternehmen raus. Nun verkauf er seine Anteile weiter oder bietet sie dem Besitzer zum Rückkauf an (Company Buy-Back). Geht die Firma an die Börse, handelt es sich um Initial Public Offering (IPO). Wird das Unternehmen übernommen ist das ein Trade Sale. Kann es sich jedoch nicht halten, erfolgt die Auflösung des Unternehmens, die Liquidation.

Venture Capital

Venture Capital heisst übersetzt Risikokapital oder Wagniskapital, das außerhalb der Börse stattfindet. Dazu wird eine Gesellschaft gebildet, die sich an einem als riskant bekanntes Unternehmen beteiligt.

Das Wagniskapital selbst besteht aus Eigenkapital oder diesem ähnelnden Instrumenten zur Finanzierung wie zum Beispiel einer Mischung aus Eigen- und Fremdkapital oder einem verzinslichen Wertpapier. Eingebracht wird das Kapital durch darauf spezialisierte Gesellschaften, wie die „Venture-Capital-Gesellschaft“ (VCG) oder die „Wagnisfinanzierungsgesellschaft“.

Es handelt sich meistens um junge Unternehmen, sogenannte startups, die noch am Anfang stehen und noch nicht an der Börse notiert sind. Das Risiko ist hoch, weil weder der Verlauf, noch der etwaige Gewinn anfangs absehbar sind. Es kann den kompletten Verlust des Kapitals oder aber eine sehr hohe Rendite bedeuten.

Aufgrund ihrer Unerfahrenheit profitieren die Unternehmensgründer neben dem Kapital auch vom kaufmännischen knowhow der Anleger, denn der Erfolg der jungen Firma allen ein Anliegen. Das ist der Grund, warum diese Form als „smart capital“, also intellligentes Kapital bezeichnet wird. Mit seiner Erfahrung bringt der Kapitalanleger sein Wissen und seine Fähigkeiten ein und greift hier und da auch dem Managment unter die Arme. Seine Geschäftskontakte sind ebenfalls von Vorteil. Dem Unternehmensgründer hilft diese wichtige Unterstützung enorm. So profitieren beide Seiten von der Risikokapitalgesellschaft.

Im Vergleich zu Banken tauchen relativ wenig VCG auf, was zum einen am finanziellen Volumen, zum anderen an der Zeitintensität der unternehmerischen Betreuung liegen mag.

Die Höhe des einzubringenden Kapitals variiert, je nach dem in welchem Abschnitt das Unternehmen steckt. Eingeteilt werden die einzelnen Phasen in „Saat, Früh- und Spätphase“.

Bevor es zu einer VCG kommt sind es in der Regel Freunde und Bekannte, die den Firmengründern tatkräftig und finanziell unter die Arme greifen. Im nächsten Schritt folgen sogenannte „Unternehmensengel“ (“business angel”), das sind zum Teil pensionierte Geschäftsleute, die junge Unternehmen finanzieren und beim Aufbau behilflich sind. Auch hier zählen neben dem Geld die Erfahrung und das gesammelte Wissen.